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Der
Pianist Jura Margulis wird international geschätzt für seine
bezwingende Gestaltungskraft, für die Vielseitigkeit seiner
Klangfarben und seine virtuose Technik. Die Polarität seiner
künstlerischen Persönlichkeit – logisch und
leidenschaftlich zugleich – und die absolute Beherrschung des
Instrumentes wird immer wieder beachtet. Kritiker charakterisieren
seine Tastenkunst als „kontrollierte Besessenheit“ und
erkennen die „unbedingte Autorität” seiner
Interpretationen an (Fono Forum, Knut Franke). Die Frankfurter
Allgemeine Zeitung (FAZ) würdigt seine Aufführungen als
zugleich „impulsiv und nachdenklich“ und bezeichnet den
Pianisten als einen „Virtuosen und Gestalter“. Die
Washington Post bewundert seinen „titanenhaften Vorrat reiner
Stärke“ und seine „mühelose
Spontaneität“. Die Fort Worth Star-Telegram rühmt:
“ … der perfekte Beethoven für das Publikum unser
Zeit; ergreifende Lyrik, Vorstellungskraft, Originalität und
Kunstverständnis durchdringen jeden Satz.“ Über seinen
Klavierabend in Salzburg schrieb Drehpunkt Kultur (Karl Winkler):
„Die Verbindung von Klangphantasie und klarer Linienführung
... Es verwandelt sich handwerkliche Perfektion in den Ausdruck eines
düsteren Dramas. Eine außergewöhnliche
Darbietung!“ Die FAZ-Rezension eines Klavierabends und
Liveaufnahme im Hessischen Rundfunk in Frankfurt schloss mit den
Worten: „Euphorische Zustimmung“. Im August 2011 schreibt
Drehpunkt Kultur in Salzburg: „ ... man denkt flüchtig an
zur Legende gewordene Pianisten, aber Vergleiche verbieten sich.
Margulis ist ein Meister sui generis.“
Als Solist trat er mit Orchestern wie dem Russischen National Orchester
in der Hollywood Bowl auf, mit dem Montreal Symphony Orchestra unter
Charles Dutoit, dem Südwestrundfunk Orchester, dem Memphis
Symphony Orchestra, dem National Orchester von Venezuela, dem Prager
Symphonie Orchester und dem Thailand Philharmonic Orchestra. Er
konzertierte auch auf zahlreichen Festivals wie dem
Schleswig-Holstein-Musik Festival, den Berliner Festwochen in der
Berliner Philharmonie, den Verbier Musik und BSI Festivals in der
Schweiz, dem Argerich-Beppu Music Festival in Japan, und den Salzburger
Festspielen. Jura Margulis gewann mehr als ein Duzend Preise bei
internationalen Wettbewerben, darunter beim Busoni-Wettbewerb in
Italien und beim Guardian-Wettbewerb in Irland. Die Europäische
Kulturstiftung zeichnete ihn mit dem renommierten Preis Pro Europa
aus.
In den letzten Jahren konzertierte er in Düsseldorf, Hamburg,
Berlin, Frankfurt, Tübingen, Freiburg, Bologna, Brüssel,
Lugano, Crans-Montana, Piacenza, Warschau, Tel Aviv, Jerusalem,
Aix-en-Provence, Barcelona, Sapporo, Bangkok, Bayreuth,
Schloß Elmau, und Salzburg sowie in New York, Los Angeles,
St. Louis, Dallas, Chicago, Cincinnati, Phoenix, San Jose, Minneapolis,
Memphis, und New Orleans. Jura Margulis kann auch auf zahlreiche
erstklassige Kammermusikauftritte zurückblicken: Zu seinen
Partnern zählen Dmitry Sitkovetsky, Lilya Zilberstein, Alissa
Margulis, die Solisten der Moskauer Virtuosen, Mitglieder des Chicago
Symphony Orchestra, und das Moskauer Streichquartett. Jura Margulis ist
Gründungsmitglied des Fulbright Trios. Mit Martha Argerich tritt
er als Duo-Partner in Deutschland, Japan und den USA auf.
Seinen künstlerischen Werdegang ergänzen viele Radioaufnahmen
bei BR, HR, und SWR sowie zahlreiche CD-Einspielungen für Sony,
Ars Musici und Oehms Classics, wobei sein Repertoire ein breites
Spektrum umfasst. Seine Einspielungen werden in der Kritik hoch
gerühmt und ausgezeichnet: Fono Forum gab seiner CD von 2001
(Schumann, Liszt, Debussy) die Bezeichnung „sehr
empfehlenswert“ und nahm sie in das Klassik Jahrbuch als eine von
nur 12 Referenzaufnahmen im Bereich Klavier auf. 2004 wurde seine CD
mit Russischem Repertoire in die Bestenliste der Deutschen
Schallplattenkritik aufgenommen. Seine CD mit Klaviertranskriptionen
von Bach bis Caplet wurde von Klassik-Heute mit der höchsten
Punktzahl im Bereich „künstlerische Qualität“
ausgezeichnet. Peter Cossé schrieb: „… seit
Horowitzens alter RCA-Aufnahme der ‚Danse macabre’ von
Saint-Saens ist mir keine Einspielung dieses wahrhaft bildhaften
Klanggemäldes begegnet, wie die hier – in Jura
Margulis’ eigens bearbeiteter Version!” Weiter empfiehlt
der Kritiker, daß Margulis’ eigene Transkription von dem
wenig bekannten Stück „Conte Fantastique“ von
André Caplet “ähnlich wie Ravels Klavierversion
seiner ‚La Valse’- Verdunkelung einen Platz im Repertoire
junger Pianisten einnehmen könnte.” Klassik.com, die dieser
CD ebenfalls die höchste Punktzahl gab, schreibt: „Sein
klarer, durchdringender, klagender Ton ist herzerweichend und
fasziniert von der ersten bis zur letzten Sekunde“, und
rühmt, daß Margulis „gar nicht genug gelobt werden
kann“. Seine letzte CD mit Bach, Beethoven, Brahms, und Berg
wurde im Sommer 2009 veröffentlicht: „Diese CD ist einfach
einer der am besten gespielten und am besten konzipierten
Klavierrezitals des Jahres.“ schreibt All Music Guide.
Als Pädagoge in der dritten Generation ist Jura Margulis
international gefragt und hält Meisterkurse in den USA,
Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Israel,
Rußland und Japan. Über sein pädagogisches Konzept The
Unified Piano School, Eine Verbindung von Pädagogischen und
Pianistischen Traditionen, hält er vielerorts Vorträge, so
auch bei der World Piano Pedagogy Conference in den USA und an der
Internationalen Sommerakademie Mozarteum in Salzburg. Jura Margulis ist
der exekutive Leiter des internationalen Klavierwettbewerbes Fulbright
Concerto Competition in den USA und künstlerischer Leiter der
Internationalen Klavier Akademie Freiburg in Deutschland. Als Juror
internationaler Wettbewerbe wird er regelmäßig in den USA
und Europa eingeladen, zuletzt am ARD Wettbewerb in München.
Jura Margulis wurde in St. Petersburg/Russland geboren, wuchs in
Deutschland auf und studierte bei seinem Vater, Prof. Vitaly Margulis,
an der Musikhochschule Freiburg, an der einzigartigen Fondazione per il
Pianoforte in Cadenabbia am Comer See in Italien, und bei Leon Fleisher
am Peabody Conservatory in Baltimore, USA. Heute hat er die McAllister
Stiftungsproffesur am J.W. Fulbright College der University of Arkansas
in Fayetteville, USA inne.
Interview zur IKAF09 in der Badischen Zeitung, July 2008
Interview mit Dr. Leander Hotaki 2006
Interview mit PIANONews 2002
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